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Low Hanging Fruits: Effizienzmaßnahmen in Produktion und Gebäuden

Aktualisiert: vor 5 Tagen

Zwei Personen stehen in einem Lagerregalbereich und betrachten gemeinsam ein Tablet.

Die meisten „Low Hanging Fruits“ sind weder neu noch unbekannt. Trotzdem begegnen sie uns in der Praxis regelmäßig. Während viele Unternehmen nach den großen Hebeln für Energie- und Ressourceneffizienz suchen, bleiben naheliegende Optimierungsmöglichkeiten oft ungenutzt. Dabei lassen sich gerade mit diesen Maßnahmen häufig erhebliche Einsparungen erzielen: schnell, wirtschaftlich und ohne größere Eingriffe in bestehende Prozesse. Wer diese Potenziale systematisch identifiziert und nutzt, schafft kurzfristige Erfolge und legt gleichzeitig den Grundstein für eine langfristige Transformation.


Was sind „Low Hanging Fruits“ in der Praxis?


Wir verstehen darunter Effizienzmaßnahmen, die ohne große Investitionen oder strukturelle Veränderungen umgesetzt werden können. Sie zeichnen sich durch eine kurze Amortisationszeit, eine hohe Umsetzbarkeit und klar messbare Effekte aus.


In Produktion und Gebäudebetrieb entstehen solche Potenziale häufig durch:

  • ungenutzte Optimierungsmöglichkeiten in bestehenden Prozessen

  • ineffiziente Betriebszeiten oder Regelstrategien

  • fehlende Transparenz bei Energie- und Ressourcendaten

  • historisch gewachsene Regelparameter, die schon längst nicht mehr zu der aktuellen Nutzungssituation passen

  • Verluste durch Wartungsmangel (z.B. hohe Druckluftleckagen (ja, immer noch), verschmutzte Filter in RLT und Leitungssystemen, defekte Regelarmaturen in Heizungsanlagen)


Unser Anspruch ist es, diese Potenziale systematisch sichtbar zu machen und pragmatisch zu realisieren.


Typische Low Hanging Fruits in der Produktion


1. Druckluftsysteme optimieren

Druckluft gehört zu den teuersten Energieformen in der Produktion. Häufig gehen 20 bis 30 Prozent der erzeugten Druckluft durch Leckagen verloren.


Schnelle Maßnahmen:

  • Leckage-Ortung und -Beseitigung

  • Absenkung des Systemdrucks um wenige Zehntelbar

  • Abschaltung in produktionsfreien Zeiten


Das Ergebnis: Sofortige Energieeinsparungen ohne Produktionsrisiko!


2. Lastmanagement und Maschinenlaufzeiten

Maschinen laufen oft länger als notwendig oder außerhalb optimaler Lastbereiche.


Schnelle Maßnahmen:

  • Anpassung von Start- und Shutdown-Zeiten

  • Bündelung energieintensiver Prozesse

  • Vermeidung von Leerlaufzeiten

  • Plausibilisierung Grundlast und Suche nach unnötig durchlaufenden Verbrauchern


Das Ergebnis: Reduzierte Spitzenlasten, effizienterer Betrieb und ggf. Nutzung von Netzentgeltprivilegierungen!


3. Abwärmenutzung

In vielen Produktionsprozessen entsteht Abwärme, die ungenutzt bleibt.


Schnelle Maßnahmen:

  • Nutzung von Abwärme zur Hallenbeheizung

  • Integration in Warmwasserprozesse

  • Optimierung bestehender Wärmetauscher

  • Identifikation von Abwärme die für einen effizienteren Betrieb von Wärmepumpen genutzt werden kann


Das Ergebnis: Direkte Senkung des (häufig fossilen) Energiebedarfs!


Effizienzpotenziale in Gebäuden gezielt heben


1. Optimierung der Gebäudeleittechnik

Gebäude laufen häufig nach fixen Zeitplänen, unabhängig von tatsächlicher Nutzung.


Schnelle Maßnahmen:

  • Anpassung von Heizungs-, Lüftungs- und Klimazeiten

  • Einführung bedarfsabhängiger Regelstrategien

  • Feinjustierung von Sollwerten

  • Sicherstellung, dass vorhandene Regelungsmöglichkeiten ausgeschöpft werden(Auch heute noch werden teilweise Heizungsanlagen zur Gebäudebeheizung mit konstanter Vorlauftemperatur ganzjährig gefahren, obwohl die Anlage vom Hersteller aus einen witterungsgeführte Regelung mitbringt)


Das Ergebnis: Spürbar geringerer Energieverbrauch bei gleichbleibendem Komfort!

 

2. Beleuchtung modernisieren

Beleuchtung ist oft ein unterschätzter Kostenfaktor.


Schnelle Maßnahmen:

  • Umrüstung auf LED, auch in den nicht durchgehend genutzten Bereichen

  • Einsatz von Bewegungs- und Tageslichtsensoren

  • Zonierung großer Flächen


Das Ergebnis: Einsparungen von bis zu 60 Prozent sind in vielen Fällen realistisch!

 

3. Standby-Verluste reduzieren

Geräte und Anlagen verbrauchen auch außerhalb der Nutzungszeiten Energie.


Schnelle Maßnahmen:

  • konsequente Abschaltkonzepte (z. B. Gebäudebeheizung im Sommer abschalten)

  • Sensibilisierung der Mitarbeitenden


Das Ergebnis: Kontinuierliche Reduktion unnötiger Verbräuche!


So setzen wir Low Hanging Fruits systematisch um


Ein strukturierter Ansatz stellt sicher, dass Potenziale nicht zufällig, sondern gezielt gehoben werden:

  1. Transparenz schaffen: Erfassung und Analyse von Energie- und Betriebsdaten

  2. Quick-Checks durchführen: Identifikation schnell umsetzbarer Maßnahmen vor Ort

  3. Priorisieren nach Wirkung und Aufwand: Fokus auf Maßnahmen mit maximalem Nutzen

  4. Sofort umsetzen: Keine langen Entscheidungsprozesse bei klaren Effekten

  5. Erfolge messen und skalieren: Ergebnisse dokumentieren und auf weitere Bereiche übertragen

 

Warum Low Hanging Fruits strategisch wichtig sind


Low Hanging Fruits sind mehr als kurzfristige Einsparungen. Sie erfüllen mehrere strategische Funktionen:

  • Schnelle Ergebnisse schaffen Akzeptanz für weitere Maßnahmen

  • Interne Ressourcen werden aktiviert, ohne große Investitionshürden

  • Datenbasis wird verbessert, um fundierte Entscheidungen zu treffen

  • Regulatorische Anforderungen lassen sich leichter erfüllen

  • Nachhaltigkeitsziele werden konkret messbar


Sie sind damit ein idealer Einstieg in eine ganzheitliche Effizienzstrategie.

 

Wirkung vs. Aufwand


Low Hanging Fruits zeichnen sich durch ein besonders günstiges Verhältnis von Wirkung zu Aufwand aus und                                                                             bieten damit einen idealen Einstieg in die systematische Effizienzsteigerung.
Low Hanging Fruits zeichnen sich durch ein besonders günstiges Verhältnis von Wirkung zu Aufwand aus und bieten damit einen idealen Einstieg in die systematische Effizienzsteigerung.

Die Grafik verdeutlicht, warum Low Hanging Fruits in Effizienzprojekten eine besondere Rolle spielen. Während kleinere Optimierungen oft nur begrenzte Einsparungen erzielen und strategische Großprojekte zwar hohe Potenziale bieten, jedoch mit erheblichem Aufwand verbunden sind, befinden sich Low Hanging Fruits im optimalen Bereich: Sie verbinden eine hohe Wirkung mit vergleichsweise geringem Umsetzungsaufwand.


Fazit


Effizienz beginnt nicht zwingend mit großen Investitionen. In Produktion und Gebäuden lassen sich erhebliche Einsparpotenziale bereits mit einfachen Maßnahmen realisieren. Entscheidend ist ein strukturierter Blick auf bestehende Prozesse und der Wille, naheliegende Verbesserungen konsequent umzusetzen.


Unternehmen, die Low Hanging Fruits aktiv nutzen, schaffen schnelle Erfolge, stärken ihre Wettbewerbsfähigkeit und legen die Basis für nachhaltige Transformation.

 

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