Energiepreisentwicklung
Ständiger Wandel in allen Energiemärkten durch zunehmenden Energiebedarf, knapper werdende Rohstoffvorräte, Änderungen der politischen Rahmenbedingungen und nicht zuletzt Rückgang von Kraftwerkskapazitäten – derzeit kennt die Energiepreis- entwicklung nur eine Richtung. Eine Trendwende ist nicht in Sicht.
Die angedeuteten Entwicklungen und Prognosen, die alle ein weiter steigendes Energiepreisniveau erwarten lassen, zwingen jeden Energieabnehmer konsequent über den eigenen Energieeinsatz nachzudenken und alle Schritte zu einer möglichen Optimierung einzuleiten. Ein Ende des Energiepreisanstiegs ist nicht abzusehen.
Strompreise
Strompreisentwicklung
Die Liberalisierungsergebnisse der Jahre 1999 und 2000 sind längst vergessen, Marktmechanismen klar etabliert, die Staatsquote steht vorerst fest. Ergebnis: nach europäischem Vergleich sind die Nettostrompreise für Haushalt, Gewerbe und Industrie in Deutschland am höchsten. Eine bedenkliche Spitzenposition.
Der Nettostrompreis setzt sich aus Netznutzungsentgelt, Energiepreis und Staats- anteil zusammen. Unverändert ergeben Abnahmemenge und Abnahmestruktur des Energieabnehmers den resultierenden Strompreis. Maßgeblich beeinflussen nun jedoch Einkaufsstrategie und Einkaufszeitpunkt das Ergebnis.

Quelle: Stat. Bundesamt; Basis Jahr 2000 = 100
Netznutzungsentgelte sind als feste Tarife vom jeweiligen Netzbetreiber veröffentlicht. Allgemein wird erwartet, dass durch den Einfluss der Bundesnetzagentur nur sehr hohe Nutzungsentgelte einzelner Netzgebiete reduziert werden. Von einer generellen Preisenkung ist nicht auszugehen.
Energiepreise ergeben sich aus den Großhandelspreisen der jeweils gewünschten oder zur Versorgung notwendigen Stromprodukte an den Strombörsen. Angebot und Nachfrage, strategische Entscheidungen der Erzeuger, Klimatrends und politische Vorgaben sind Einflussfaktoren.
Als Staatsanteil werden Ökosteuerbelastungen sowie die Kosten durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und das Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (KWKG) bezeichnet. Änderungen der Ökosteuer sind vorerst nicht zu erwarten. Der Anteil des eingespeisten EEG-Stroms erhöht sich kontinuierlich, die Umlage auf den Verbraucher wird steigen. Die Strombranche selbst bezeichnet die Energiepreise in Deutschland ab Mitte 2005 als "historisch hoch". Teilweise nicht nachvollziehbare Netzkosten machen den Einsatz eines staatlichen Regulierers notwendig. Stromintensive Branchen treten an die Öffentlichkeit, Werksstilllegungen sind bereits Realität. Ein Ende des Strompreisanstiegs wird nicht erwartet.
Wärmepreise

Quelle: Stat. Bundesamt; Basis Jahr 2000 = 100
Heizöl. Seit dem Jahr 2000 hat sich der Rohölpreis mehr als verdoppelt. Internationale Entwicklungen wie politische Krisen in den Erzeugerländern, Lagerbestände der Vereinigten Staaten von Amerika, Kursentwicklungen und Rahmenbedingungen der OPEC sowie lang- bzw. mittelfristige Förderprognosen, beeinflussen die Rohölpreise. In Deutschland werden die Heizölpreise maßgeblich durch das Preisniveau auf dem Rohölmarkt in Rotterdam bestimmt und folgen diesem tendenziell. Von weiter deutlich steigenden Preisen für Heizöl aller Qualitäten muss ausgegangen werden.
Gas. Nach wie vor ist der Gasmarkt nicht durch Wettbewerb geprägt. Nennenswerte Ergebnisse sind allen Liberalisierungsanstrengungen zum Trotz für die überwiegende Mehrzahl der Gaskunden nicht vorhanden. Erhebliche regionale Preisunterschiede kennzeichnen den deutschen Gasmarkt.
Maßgeblicher Einflussfaktor der Erdgaspreise sind die Heizölnotierungen, die zeitversetzt die Entwicklung der Gaspreise bedingen. Ein Abkoppeln der Gaspreise vom Ölpreises ist nicht abzusehen und von den großen Versorgungsunternehmen auch nicht gewünscht. Unverändert zählen die deutschen Gaspreise mit zu den höchsten in Europa.
Fernwärme. Generell gilt die Abhängigkeit der Fernwärmepreise von den jeweils zur Erzeugung eingesetzten Primärenergieträgern Heizöl und Erdgas. In zunehmendem Maße erlangen auch nachwachsende Rohstoffe Bedeutung.
Bedingt durch die Art der Erzeugung und die Netzsituation ergeben sich regional stark unterschiedliche Fernwärmepreise. Sie folgen zeitversetzt dem Preisniveau der Primärenergieträger, wobei deren kurzfristige Spitzenwerte geglättet werden.
Wasserpreise
Wasser- /Abwasserpreise

Quelle: Stat. Bundesamt; Basis Jahr 2000 = 100
Die vergangenen Jahre wurden ebenfalls durch steigende Preise gekennzeichnet. Die Preisentwicklung fällt zwar merklich aus, bleibt jedoch unter den dramatischen Ent- wicklungen der Strom- und Wärmepreise. Trotzdem hat in Branchen mit hohem Wasser- bedarf der Wettbewerbsdruck erheblich zugenommen. Politische Vorgaben, der Sanier- ungsbedarf vorhandener Leitungsnetze und die Umlage der Aufwendungen zur Nieder- schlagswasserrückhaltung werden zu weiteren Verteuerungen führen. Regional sind teilweise extreme Preissteigerungen festzustellen.