Batteriespeicher: Innovative Technik zur Reduzierung der Leistungsspitzen

Batteriespeicher: Innovative Technik zur Reduzierung der Leistungsspitzen

Mit den verpackten, frischen Broten der nationalen Marken GOLDEN TOAST und LIEKEN URKORN sowie mit Backwaren für Handelsmarken und Bake-Off-Stationen ist die Lieken AG einer der führenden Brot- und Backwarenhersteller in Deutschland. An neun deutschen Standorten beschäftigt der Betrieb insgesamt 3.490 Mitarbeiter. Um die Produktionskosten nachhaltig zu senken, wurde jüngst der Einsatz eines Batteriespeichers am Standort Lüdersdorf diskutiert. BFE hatte die spannende Aufgabe, dazu eine Machbarkeitsstudie zu erstellen.

Der Produktionsstandort Lüdersdorf weist eine relativ gleichbleibende Abnahme im Strombezug aus. Durch konsequentes Optimieren der Produktionsabläufe und Abschalten von nicht benötigten Anlagen konnte man bereits eine Ausnutzung des Stromanschlusses von über 6.000 h/a erzielen. Für eine weitere Steigerung der Effizienz evaluierte BFE, inwiefern ein Batteriespeicher den Leistungsbezug noch weiter begrenzen könne.

Folgende Fragen stellten sich:

1. Sind mit einem Batteriespeicher 7.000 h/a zu erreichen?

2. Wie muss der Batteriespeicher dimensioniert und wie betrieben werden?

3. Welcher Batteriespeicher am Markt ist für das Vorhaben geeignet?

4. Welche Gesetze und ggf. anstehenden Gesetzesänderungen sind bei der Planung eines Batteriespeichers zu beachten (StromNEV, StromStG, EEG, etc.)?

5. Gibt es für ein solches Vorhaben Fördermittel?

Nach einer Analyse der Gegebenheiten vor Ort und des Lastverhaltens der Produktionsanlagen hat sich herausgestellt, dass ein Batteriespeicher mit 2 MW und 540 kWh in Verbindung mit einem Notstromaggregat (250 kW) das Ziel einer Ausnutzung größer 7.000 h/a zuverlässig und wirtschaftlich sinnvoll erreichen kann. Als Grundlage der Machbarkeitsstudie wurden die spezifischen Daten für Lithium-Ionen-Zellen der neusten Generation verwendet. Diese zeichnen sich durch hohe Leistungsdichte, hervorragende Zyklen-Festigkeit und eine lange Lebenszeit aus.

Wichtig für den vorgesehenen Einsatz: Der Batteriespeicher ist so konzipiert, dass eine (theoretisch) vollständige Be- und Entladung innerhalb kürzester Zeit (¼-Stunde) möglich ist. 

Um die damit in Verbindung stehenden Kostenvorteile zu heben und gleichzeitig möglichst wenig Aufwand bei der Umsetzung zu haben, wurde BFE bzw. deren Mutterkonzern, die MVV Energie AG aufgefordert, ein Angebot für ein Contracting vorzulegen.

Da im Zuge der Ausarbeitungen für die Machbarkeitsstudie auch erhebliches Einsparpotential im Wärmehaushalt der Lieken AG feststellt wurde, wird BFE ggf. auch in diesem Bereich weitere Analysen durchführen und der Lieken AG helfen, sich auch hier energetisch optimal aufzustellen.

Haben Sie Interesse an weiteren vielfältigen Einsatzmöglichkeiten eines Batteriespeichersystems, wenden Sie sich an Dipl.-Ing. Jörg Lieske: Tel.: +49 30 25597-503 | E-Mail: j.lieske(at)bfe-institut.com.